Produktratgeber

Persönliche Schutzausrüstung: Gesamtüberblick PSA und EN-Normen

Persönliche Schutzausrüstung (PSA, englisch PPE) ist der Sammelbegriff für alle Ausrüstung, die Arbeitnehmer vor Risiken schützt, die nicht durch technische Lösungen eliminiert werden können. Auf modernen DACH-Baustellen ist PSA kein Nachgedanke, sondern integraler Teil der Planung. Sicherheitsschuhe, Handschuhe, Gehörschutz, Schutzbrillen, Helm, Atemschutz und Absturzsicherung sind unter spezifischen Bedingungen jeweils Pflicht.

Wir geben Ihnen Gesamtüberblick über die acht Hauptkategorien PSA, was PSA-Kategorie I, II und III für die Zertifizierung bedeuten, welche EN-Normen für jeden Bereich gelten, und eine konkrete Einkaufscheckliste.

PSA Überblick

Die acht Hauptkategorien persönlicher Schutzausrüstung

PSA deckt jede Körperregion ab. Hier ein Überblick mit den häufigsten Produkten je Kategorie. Klicken Sie auf Links zu eigenen Ratgebern für weitere Details.

PSA-Kategorien

PSA Kategorie I, II und III: Unterschied?

Verordnung (EU) 2016/425 teilt PSA in drei Kategorien nach Risikoschwere. Höhere Kategorie bedeutet strengere Zertifizierung und häufigere Tests.

Kategorie Risiko Beispiele Zertifizierung
Kategorie IMinimales RisikoGartenhandschuhe, Sonnenbrillen, RegenkleidungEigenerklärung des Herstellers
Kategorie IIMittleres RisikoSicherheitsschuhe, Schutzbrillen, normale ArbeitshandschuheEU-Baumusterprüfung bei benannter Stelle
Kategorie IIISchweres Risiko, irreversibler Schaden oder TodAbsturzsicherung, Chemieanzüge, FFP3, GehörschutzEU-Baumusterprüfung + jährliche Qualitätsüberwachung

EN-Normen

Überblick der wichtigsten EN-Normen

Jede PSA-Kategorie hat eigene EN-Normen mit Testverfahren und Anforderungen. Hier die meistgenutzten Normen in DACH-Bauwesen und Industrie.

NormBereichZweck
EN ISO 20345SicherheitsschuheZehenkappe 200J, antistatisch, Durchtrittsschutz, Wasserabweisung
EN 388Mechanische HandschuheAbrieb, Schnitt, Riss, Durchstich, ISO-Schnittniveau A-F
EN 374ChemiehandschuheSchutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen
EN 166SchutzbrillenStoßklassen F, B, A; Anti-Beschlag, Anti-Kratz, UV
EN 352GehörschutzSNR-Dämpfung, aktive Funktionen, Helmmontage
EN 397SicherheitshelmeStoß durch fallende Gegenstände, Durchdringung, Isolation
EN 149AtemschutzFFP1 (80%), FFP2 (94%), FFP3 (99%) Filtereffizienz
EN ISO 20471Sichtbare ArbeitskleidungKlasse 1, 2, 3 nach Fluoreszenz- und Reflexfläche
EN 361AuffanggurteKomplettgurt zum Auffangen aus Höhe

Checkliste

Einkaufscheckliste für PSA

Nutzen Sie diese Checkliste beim PSA-Einkauf für ein Unternehmen oder Großauftrag.

CE-Kennzeichnung und EN-Norm prüfen

Alle PSA-Produkte in der EU müssen CE-zertifiziert sein und auf relevante EN-Norm verweisen. Auf Produkt selbst, nicht nur auf Verpackung prüfen.

Kategorie an Risiko anpassen

Kategorie III ist obligatorisch bei lebensbedrohlichen Risiken. Nicht Kategorie I wählen, wo II oder III gefordert; das ist illegal und verantwortungslos.

Vor Großeinkauf testen

1-2 Stück eines neuen Produkts kaufen und 1-2 Wochen testen lassen. Komfort und Verschleiß lassen sich nicht aus Datenblatt beurteilen.

Wartung und Austausch planen

Austauschplan nach Herstellerangaben. Sicherheitsschuhe 6-12 Monate, Gehörschutzpolster 6-12 Monate, Helme 5 Jahre, Auffanggurte 5 Jahre oder nach Belastung.

FAQ

Fragen und Antworten zu PSA

Kategorie I deckt minimales Risiko und kann durch Eigenerklärung zertifiziert werden. Kategorie II deckt mittleres Risiko und braucht EU-Baumusterprüfung. Kategorie III deckt schweres oder lebensbedrohliches Risiko und braucht beides plus jährliche Überwachung.

Arbeitgeber trägt vollständige Verantwortung nach Arbeitsschutzgesetz. Korrekte PSA kostenlos bereitstellen, in korrekter Nutzung schulen, Nutzung sicherstellen, bei Verschleiß ersetzen. Als Arbeitnehmer Pflicht zur Nutzung, Recht auf Verweigerung bei unzureichendem Schutz.

Variiert je Produkttyp. Sicherheitsschuhe 6-12 Monate täglicher Nutzung. Helme nach Schlag oder maximal 5 Jahre. Absturzsicherung nach Belastung oder maximal 5 Jahre. Filtermasken nach Sättigung (typisch 8-40 Stunden).

Ja, alle persönliche Schutzausrüstung in der EU verkauft und genutzt muss CE-zertifiziert nach Verordnung (EU) 2016/425 sein. CE-Marke sichtbar auf Produkt mit relevanter EN-Normnummer. Vorsicht bei billigen Importen ohne CE-Marke; illegal und oft wirkungslos.

Ja, sofern jedes Produkt CE-zertifiziert und nach relevanter EN-Norm. Achten Sie auf Kompatibilität: Helm und Gehörschutz vom gleichen Hersteller passen oft besser zusammen. Besonders bei kombinierten Systemen wie Helm mit integriertem Visier und Gehörschutz prüfen.

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